Der Entourage-Effekt einfach erklärt

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Der CBD Entourage Effekt erklärt

Entourage-Effekt erklärt: Warum Vollspektrum besser ist!

CBD ist ein hochwirksamer Bestandteil der Hanfpflanze. Er hat schon vielen Menschen geholfen, wo andere Mittel versagten. Manchmal aber tritt ein Phänomen auf, welches nicht auf den ersten Blick verständlich ist. Wieso hilft eine kleine Dosis CBD-Öl oft besser als ein hoch dosiertes CBD-Isolat? Der Entourage-Effekt erklärt es!

Entourage-Effekt: Was heißt das?

Bei diesem Effekt handelt es sich im Grunde um einen klassischen Synergie-Effekt. Dabei gilt: Das Ganze ist mehr als Summe seiner Teile. Dieser Effekt findet sich überall im täglichen Leben. Doch nur Hanf bewirkt den Entourage-Effekt. Mit anderen Worten heißt das: Kein einzelner Bestandteil des Hanfs kann so wirksam sein wie alle zusammen.

Was aber sind beim Hanf die Bestandteile? Dazu ein bisschen Naturkunde: Hanf (Cannabis) enthält viele Wirkstoffe. Sie teilen sich in mehrere Gruppen. Besonders wirkmächtig und daher bekannt sind die Cannabinoide. Zu ihnen zählt CBD, aber auch das berühmte THC, welches für den Rausch (Kopf-High) verantwortlich ist. Derzeit listet die Forschung mehr als 140 Cannabinoide, Tendenz steigend.

Aber auch Terpene sind im Hanf enthalten. Das ist schon nicht mehr so einzigartig wie die Cannabinoide. Denn Terpene gibt es in über 2000 Pflanzen, wo sie wichtige Aufgaben erfüllen. Der Mensch macht sich ihre Fähigkeiten schon lange zunutze: Verwendung finden die Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen unter anderem als Arznei, in Kosmetika und als natürliches Pestizid. Industriell werden sie schon länger genutzt, denn sie halten Bakterien und Schimmel fern, was sie zu einem guten Konservierungsmittel macht. Terpene sind geruchsintensiv und sind daher auch für den Geschmack und das Aroma der jeweiligen Pflanze verantwortlich.

Diese beiden Gruppen bewirken den Entourage-Effekt:

  • Cannabinoide
  • Terpene

Beide Bestandteile bedingen einander. Das heißt, für eine bestmögliche Wirkung müssen sie zusammenarbeiten. Der menschliche Körper nimmt sie nur dann vollständig an – das ist der Entourage-Effekt. Erforscht wird dies noch nicht all zu lange, doch seine Funktionsweise ist bereits nachgewiesen.

Diese Studien belegen den Entourage-Effekt

Erste Hinweise gab es schon seit Jahrzehnten. So fanden bereits 1976 Forscher Hinweise darauf, dass THC und CBD gemeinsam anders wirken als nur jeweils einer dieser Hanfwirkstoffe (1). Im Jahr 1999 konnte der israelische Wissenschaftler Raphael Mechoulam das belegen. Er gilt als der Entdecker des Entourage-Effekts, denn er verlieh ihm diesen Namen. Eine weitere Studie von Ethan Russo ergänzte im Jahr 2010 die Erkenntnisse (2). Auch Russo stellte fest, dass sich Hanfwirkstoffe bei gemeinsamer Einnahme gegenseitig beeinflussen.

Anfangs bezog sich die Forschung ausschließlich auf die Cannabinoide und ihr Zusammenspiel. Später wurde immer deutlicher, dass noch ein Stoff wichtig ist – die Terpene.

Terpene: Warum sind sie so wichtig?

Dabei handelt es sich um flüchtige Verbindungen, die vielfältigen Nutzen haben. Das gilt sowohl für die Pflanze, als auch für den Menschen. In Pflanzen halten sie Schädlinge fern und locken Bestäuber an. Bäume kommunizieren untereinander mit ihrer Hilfe. Ähnlich den Cannabinoiden, haben keine zwei Hanfsorten dasselbe Terpenprofil. Ihr Vorkommen und ihre Verteilung unterscheiden sich je nach Klima und sonstigen Anbaubedingungen. Immer sind sie enorm wichtig, selbst wenn einige von ihnen nur in Spuren enthalten sind.

Berühmte Terpene sind etwa Myrcene, Limonene oder auch Linalool. Auch sie sind verantwortlich für eine ganze Reihe an heilsamen Wirkungen:

  • entzündungshemmend
  • stimmungsaufhellend
  • appetitzügelnd
  • krampflösend
  • entspannend

Damit wirken sie ähnlich wie Cannabinoide. Das ist kein Wunder, greifen sie doch in ähnliche körperliche Vorgänge ein.

Das ist der Grund für den Entourage-Effekt

Jeder Mensch besitzt ein Endocannabinoidsystem (ECS). Dabei handelt es sich um ein körpereigenes System von Rezeptoren. Sie sind über den ganzen Körper verteilt und der Grund dafür, warum wir auf Hanfwirkstoffe so gut ansprechen: Diese Hanfwirkstoffe bilden wir selbst im Körper. Diese sogenannten Endocannabinoide entsprechen den Cannabinoiden des Hanfs.

Darum reagiert das ECS auf jedes einzelne von außen zugeführte Cannabinoid, ebenso wie auch auf alle Terpene. Die nämlich greifen ähnlich wie die endocannabinoide aktiv auf unsere Rezeptoren zu. Damit beeinflussen sie das gesamte System. Wie wirksam ein CBD-Öl überhaupt sein kann, hängt damit entscheidend von seinen Inhaltsstoffen ab.

Vollspektrum CBD-Öl enthält alle Hanfwirkstoffe

Besonders bei CBD-Öl fällt ein Begriff immer wieder: Vollspektrum. Das entsteht, wenn alle Hanfwirkstoffe bei der Produktion eines Öls erhalten bleiben. Es sollte also immer neben CBD weitere Cannabinoide und Terpene beinhalten. Was und wie viel davon letztlich im Öl verarbeitet wird, ist sortenabhängig. So gibt es mittlerweile Züchtungen, die extra viel CBD enthalten. Viel CBD kann aber auch heißen, dass künstlich Isolat zugesetzt wurde.

CBD Isolat wirkt anders

Für Isolat wird tatsächlich CBD von allen anderen Hanfbestandteilen isoliert. Es bleibt dann am Ende lediglich CBD, ohne die anderen Cannabinoide – und erst recht ohne Terpene. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Viele Studien arbeiten ausschließlich mit Isolat, weil sich damit besser hohe Dosierungen realisieren lassen. Und bei manch einem Patienten hilft das auch. Legen Sie jedoch Wert auf die ganze Bandbreite an Hanfwirkstoffen, dann achten Sie auf den Zusatz „Vollspektrum“.

Zwar gibt es auch Öle, die ohne Isolat nicht auskommen – dies betrifft aber ausschließlich hoch konzentrierte Öle. Der Grund liegt auf der Hand, natürliche Züchtungen sind irgendwann am Ende, was den CBD-Gehalt betrifft. Deshalb muss dieses künstlich zugesetzt werden.

Auch hier kann der Entourage-Effekt noch seine Wirkung entfalten, sofern der Ausgangsstoff ein Vollspektrum ist! Denn es braucht lediglich Spuren der anderen Hanfwirkstoffe, um den Effekt eintreten zu lassen. Mit reinem Isolat kann der Entourage-Effekt nie auftreten.

Viel hilft nicht immer viel

Was bei CBD-Produkten auf den ersten Blick oft verwirrt, wird nun ebenfalls verständlich: Weniger bewirkt häufig mehr! Wer einfach nur möglichst viel CBD zu sich nimmt, verspürt manchmal keine oder nicht die erwünschte Wirkung. Wer allerdings kleine Dosen eines guten Vollspektrum-Öls bevorzugt, hat oft mehr davon. Denn hier greift der Entourage-Effekt, welcher dem Körper die maximale Wirkung verschafft.

Fazit

Möchten Sie die ganze Bandbreite der heilsamen Wirkung von CBD nutzen, dann greifen Sie am besten zu einem Vollspektrum-Öl. Nur dieses enthält wirklich alle Terpene und Cannabinoide. Sie alle spielen zusammen, auch wenn sich vielleicht nur Spuren davon in Ihrem Öl finden. Doch jedes einzelne ist wichtig, um den Entourage-Effekt zu erreichen. Dieser klassische Synergie-Effekt sorgt dafür, dass manch hoch dosiertes Öl weniger bewirkt als eine geringe Dosis eines guten Vollspektrum-Öls.

Quellen der Studien

(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/770048
(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3165946/

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