THC-Grenzwerte für Nutzhanf in der EU

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THC-Grenzwerte für Nutzhanf in der EU

THC-Grenzwerte für Nutzhanf in der EU

Welche THC-Grenzwerte gelten in der EU?

Wichtig dafür: Was ist der Unterschied zwischen Nutzhanf und Cannabis? Der Unterschied ist im Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) begründet, einer psychoaktiven Substanz. Nutzhanf dient vor allem der Gewinnung von Hanffasern. Die EU hat einen THC-Wert für Nutzhanf vorgegeben, doch gelten in einigen EU-Ländern höhere oder niedrigere Werte. 

Die Pflanzensubstanz THC

THC ist eine Substanz, die in Hanfpflanzen vorkommt und den Hauptanteil an der berauschenden Wirkung hat. Es handelt sich um eine psychoaktive Substanz, die in der Hanfpflanze in Form von zwei THC-Säuren vorkommt. THC gehört zu den Cannabinoiden. Zu 6 bis 20 Prozent kommt THC in den unbefruchteten weiblichen Blütenständen der Hanfpflanze vor. In den übrigen Pflanzenteilen liegt der THC-Gehalt bei knapp 1 Prozent. Die Samen der Hanfpflanze enthalten kein THC. In den Blättern, die sich nahe der Blüte befinden, sind etwa 5 bis 6 Prozent THC enthalten. Männliche Hanfpflanzen enthalten kaum THC.

In der Medizin ist natürliches Cannabis aufgrund der schmerzlindernden und antidepressiven Wirkung von THC in verschiedenen EU-Ländern zugelassen. THC kann auch bei Schlafstörungen wirken. Nicht zu vergessen ist jedoch die berauschende Wirkung: THC kann die Stimung steigern und zu Euphorie sowie zu veränderter Wahrnehmung führen.

Verwendung von Nutzhanf

Nutzhanf bietet ein breites Anwendungsspektrum. Die Hanffasern dienen als Rohstoff für die Textilherstellung. Die erste Jeans aus Hanf wurde 1870 vom Bayern Levi Strauss in den USA gefertigt. Noch heute spielen Hanffasern bei der Herstellung von Bekleidung eine wichtige Rolle. Aufgrund der hohen Robustheit werden Hanffasern auch für die Herstellung technischer Textilien genutzt. Hanffasern werden auch für Naturdämmstoffe, als Verstärkung für naturfaserverstärkte Kunststoffe, für Taue und Seile sowie für Hanfpapier verwendet. 

Bei der Gewinnung von Hanffasern fallen Schäben als Nebenprodukt an. Es handelt sich dabei um gebrochene, holzähnliche Teilchen. Sie werden als Tiereinstreu, als Baustoff, beispielsweise als Dämmung und bei der Herstellung von Leichtbauplatten, sowie als Brennstoff genutzt. Die Samen von Nutzhanf sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und werden daher als Lebensmittel verwendet. Die Samen fallen nicht unter die Suchtmittel, da sie kein THC enthalten. Sie können für die Herstellung von Hanfmehl oder Hanfbutter verwendet werden und dienen zur Herstellung von Hanföl.

Aus den Samen hergestelltes Hanföl kann für die menschliche Ernährung, beispielsweise als Salatöl, in Naturkosmetik-Produkten, für die Herstellung von Tierfutter sowie als Lampenöl verwendet werden. Aus den Hanfsamen wird auch Trinkhanf, ein milchähnliches Produkt, hergestellt. Ätherisches Hanföl wird durch Destillation der Blätter und Blüten der Hanfpflanze gewonnen. Es kann für die Aromatherapie, als Massageöl, in Kosmetikprodukten und als Zusatzstoff in Hustenbonbons verwendet werden. Nutzhanf wird nicht als Rauschmittel und als Medizinalpflanze verwendet.

Welche THC-Grenzwerte gelten in der EU für Nutzhanf?

In der EU wird zwischen Hanf und Cannabis unterschieden. Der Unterschied ist im THC-Gehalt und in der psychoaktiven Wirkung von Cannabis begründet. Zuerst galt in der EU eine THC-Obergrenze von 0,5 Prozent für Nutzhanf, die dann jedoch auf 0,3 Prozent gesenkt wurde. Auf Drängen Frankreichs wurde der Grenzwert 1999 auf 0,2 Prozent herabgesetzt.

Für Nutzhanf, der hauptsächlich der Gewinnung von Hanffasern dient, liegt die THC-Obergrenze in der EU also bei 0,2 Prozent. In einigen Ländern gelten jedoch höhere oder niedrigere Grenzwerte für den THC-Gehalt:

  • Schweiz 1,0 Prozent
  • Italien 0,6 Prozent
  • Österreich, Tschechien, Luxemburg 0,3 Prozent
  • Slowakei 0,0 Prozent

Eine THC-Obergrenze von 0,2 Prozent gilt in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Portugal, Polen, Bulgarien, Großbritannien, Spanien, Griechenland, Kroatien, Zypern, Litauen, Ungarn, Irland, Dänemark, Estland, Lettland, Finnland, Rumänien, Slowenien und Malta. Für den Anbau von Nutzhanf gelten in den verschiedenen EU-Ländern unterschiedliche Bestimmungen. 

Bestimmungen zum Anbau von Faserhanf in der EU

In der EU ist Faserhanf sorten- und saatgutrechtlich geregelt. Liegt der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent (in Österreich 0,3 Prozent), unterliegen die Hanfsorten nicht dem Suchtmittelgesetz. Die Gewinnung von Fasern, Blättern und Samen ist dadurch möglich. Da der THC-Gehalt in den Blüten und Fruchtständen höher ist, fallen sie bei der Verwendung für medizinische und wissenschaftliche Zwecke unter das Suchtmittelgesetz. Die EU fördert nur Faserhanf-Varietäten, deren THC-Gehalt 0,2 Prozent in der Trockenmasse nicht überschreitet. Die entsprechenden Hanfsorten sind im „Gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten“ der EU aufgeführt.

Bedingungen für die Zulassung einer Hanfsorte durch die EU als Nutzhanf

Bevor eine Hanfsorte durch die EU als Nutzhanf zugelassen werden kann, muss sie eine zweijährige Registerprüfung durchlaufen. Im Rahmen der Registerprüfung werden die Beständigkeit, Uniformität und Unterscheidbarkeit geprüft. In Österreich erfolgt zusätzlich eine Wertprüfung über mindestens zwei Jahre. Der Anbauwert an verschiedenen Standorten wird geprüft. Ist das Prüfungsergebnis positiv, wird die Hanfsorte zum Anbau zugelassen.

Verwendung von Hanf als Lebensmittel

Welche THC-Grenzwerte gelten in der EU für Hanf als Lebensmittel?

Der THC-Gehalt wird während des Anbaus zum Ende der Blütezeit gemessen, da die Pflanze dann die größten Mengen an THC produziert hat. Der THC-Gehalt darf 0,2 Prozent (in Österreich 0,3 Prozent) nicht überschreiten.

Für die Herstellung von Lebensmitteln eignen sich Hanfblätter für Tee, aber auch Hanfsamen in reiner Form und zur Herstellung von Hanfsamenöl, Hanfsamenmehl sowie Hanfsamenprotein. Teile von Hanf können auch für die Herstellung von Limonaden und Bier genutzt werden.

Obergrenzen für den THC-Gehalt bei tierischen Lebensmitteln

Welche THC-Grenzwerte gelten in der EU für tierische Lebensmittel?

In Lebensmitteln tierischer Herkunft kann THC enthalten sein. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat einen Höchstwert von 1 Mikrogramm THC pro Kilogramm Körpergewicht als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.

Fazit: Niedrige THC-Grenzwerte für Nutzhanf

Nutzhanf unterscheidet sich gemäß der EU-Richtlinien von Cannabis durch einen geringeren THC-Gehalt.

Welche THC-Grenzwerte gelten in der EU?

Nutzhanf darf gemäß der EU-Richtlinien einen THC-Gehalt von 0,2 Prozent nicht überschreiten. In einigen Ländern der EU gelten jedoch länderspezifische höhere oder niedrigere Grenzwerte. In der Slowakei gilt ein Grenzwert von 0,0 Prozent, während in der Schweiz mit 1,0 Prozent der höchste Grenzwert gilt.

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