Vitalpilze | 10. September 2026 | 0 Kommentare

Parasol züchten: Voraussetzungen für die Kultur im Garten

parasol züchten – Parasol züchten: Voraussetzungen für die Kultur im Garten

Parasol-Züchten unterscheidet sich deutlich von einer Champignon- oder Austernpilzkultur. Der Riesenschirmling wächst im Garten direkt im Boden und lässt sich Zeit. Statt einer Ernte nach wenigen Wochen planst du ein bis drei Jahre ein. Dafür bekommst du einen großen Speisepilz an einer Stelle, die du genau kennst. Dieser Punkt zählt beim Parasol mehr als bei anderen Arten, denn er hat giftige Doppelgänger.

Nach dem Lesen weißt du, welche Kulturformen es gibt und welcher Standort passt. Du kannst die Fläche vorbereiten, die Kultur einsetzen und die Wartezeit sinnvoll überbrücken. Außerdem kennst du die Merkmale, an denen du einen echten Parasol erkennst.

Infografik: Parasol züchten: Voraussetzungen für die Kultur im Garten

Was ist eine Parasol-Gartenkultur?

Der Parasol heißt botanisch Macrolepiota procera. Im deutschen Sprachraum nennt man ihn Riesenschirmling oder Parasolpilz. Er gehört zu den Saprobionten. Das sind Pilze, die abgestorbenes organisches Material im Boden zersetzen. Anders als Steinpilz oder Pfifferling braucht er keine lebende Baumwurzel als Partner. Anders als Shiitake oder Austernpilz wächst er nicht auf Holz. Er ist ein reiner Speisepilz und zählt nicht zu den Vitalpilzen wie Reishi oder Hericium, die meist getrocknet oder als Extrakt gehandelt werden.

Diese Lebensweise macht eine Kultur im Garten möglich. Einfach ist sie trotzdem nicht. Der Parasol lässt sich bisher nicht zuverlässig in Betrieben produzieren. Deshalb findest du ihn nicht als frischen Zuchtpilz im Supermarkt. Wer Parasol züchten möchte, arbeitet mit Pilzbrut oder einer vorbereiteten Gartenkultur. Damit bringst du lebendes Myzel an eine Stelle im Boden. Myzel ist das fadenförmige Geflecht des Pilzes, aus dem später die Fruchtkörper wachsen.

Eine Parasol-Gartenkultur ist also ein Versuch mit offenem Ergebnis. Das Myzel muss den Boden besiedeln und sich gegen andere Bodenpilze durchsetzen. Erst dann bildet es unter passenden Bedingungen Fruchtkörper. Ob und wann das gelingt, hängt von Standort, Boden und Witterung ab. Ein Anbieter kann dir das nicht garantieren. Einen Überblick über Arten, die sich im Freiland leichter kultivieren lassen, gibt der Ratgeber Pilze im Garten züchten.

Gekaufte Kultur von wildem Vorkommen unterscheiden

Ein wildes Vorkommen entsteht zufällig. Sporen aus der Umgebung keimen an einer Stelle mit passenden Bedingungen. Du weißt dann erst nach der Prüfung des Fruchtkörpers, welche Art dort wächst. Manche Hobbygärtner versuchen, wilde Parasole in den eigenen Garten zu holen. Sie graben Boden mit Myzel aus oder verteilen alte Hüte im Rasen. Das klappt selten und ist kaum planbar.

Eine gekaufte Kultur enthält einen bestimmten Stamm der Art Macrolepiota procera. Der Anbieter hat ihn im Labor vermehrt und auf ein Trägermaterial gebracht. Du kennst die Art, den Ort und den Zeitpunkt des Einbringens. Das ist die Grundlage für eine sichere Zuordnung bei der Ernte. Die Kultur schließt aber nicht aus, dass an derselben Stelle andere Pilze wachsen. Zur Wildsammlung noch ein Hinweis: In Deutschland darfst du geringe Mengen für den Eigenbedarf sammeln. In Naturschutzgebieten gilt das nicht. Eine eigene Kultur umgeht diese Frage.

Lange Entwicklungszeit im Garten einplanen

Rechne mit ein bis drei Jahren bis zu den ersten Fruchtkörpern. Manche Kulturen fruchten nie. Der Grund liegt in der Biologie. Das Myzel muss ein großes Bodenvolumen durchziehen, bevor es Energie für Fruchtkörper übrig hat. Im Freiland kannst du Temperatur und Feuchte nicht steuern. Der Pilz fruchtet meist zwischen Juli und Oktober, wenn Regen auf warme Wochen folgt.

Zum Vergleich: Austernpilze auf Strohballen liefern oft nach wenigen Wochen. Champignons in einer Kiste brauchen etwa vier bis sechs Wochen. Der Parasol ist damit ein Projekt für Geduldige. Plane die Fläche so, dass sie über Jahre ungestört bleiben kann. Ein Bereich, den du im nächsten Frühjahr umgestalten willst, ist ungeeignet.

Welche Kulturform kommt infrage?

Für den Parasol gibt es zwei Formen. Reine Pilzbrut besteht aus Myzel auf einem Träger. Meist sind das gekochte Getreidekörner oder ein Substrat aus Sägemehl mit Zuschlägen. Du mischst die Brut selbst in vorbereiteten Boden ein. Eine vorbereitete Gartenkultur liefert Brut plus Zubehör. Oft gehört ein abgestimmtes Substrat dazu, manchmal eine Abdeckerde und eine ausführliche Anleitung.

Beide Wege führen zum gleichen Ziel. Der Unterschied liegt in Aufwand und Vorwissen. Mit reiner Brut bist du flexibler bei Menge und Fläche. Du musst aber selbst wissen, wie tief du sie einbringst und womit du sie umgibst. Ein Set nimmt dir diese Entscheidungen ab. Wie Brut aufgebaut ist und welche Formen es gibt, erklärt der Ratgeber zur Pilzbrut.

Achte beim Kauf auf die Artbezeichnung. Auf der Packung sollte Macrolepiota procera stehen. Der Begriff Riesenschirmling allein ist unscharf, denn der Safran-Riesenschirmling ist eine andere Art. Ein seriöser Anbieter nennt die lateinische Bezeichnung und das Abfülldatum. Freilandbrut für Speisepilze bekommst du bei spezialisierten Pilzzuchtbetrieben. Getrocknete Vitalpilze und Grow-Zubehör, wie sie der Shop von Hanf im Glück führt, sind eine andere Produktgruppe und ersetzen keine Gartenkultur.

Pilzbrut oder vorbereitete Gartenkultur vergleichen

Reine Brut lohnt sich, wenn du mehrere Stellen anlegen oder eine größere Fläche bestücken möchtest. Ein Set passt, wenn du zum ersten Mal Pilze im Garten kultivierst und wenig Aufwand mit der Planung haben willst. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede.

MerkmalReine PilzbrutVorbereitete Gartenkultur
InhaltMyzel auf Körnern oder SubstratBrut, oft Substrat und Anleitung
Mengefrei wählbar, meist 1 bis 5 Literfür eine definierte Fläche, zum Beispiel 1 m²
Vorwissennötiggering
Preis pro Flächemeist niedrigermeist höher
Flexibilitäthochbegrenzt

Bei beiden Varianten kannst du in kleiner Menge eigenes Substrat ergänzen. Laubkompost oder gut verrotteter Pferdemist eignen sich als Zuschlag. Welche Grundlagen es gibt und wie du sie anmischst, beschreibt der Beitrag zum Pilzsubstrat. Beim Parasol gilt dabei: weniger ist mehr, weil er magere Böden bevorzugt.

Lieferumfang und vorgesehene Anwendung prüfen

Prüfe vor dem Kauf, für welche Anwendung die Brut gedacht ist. Manche Brut ist für sterile Innenkulturen vorgesehen. Die brauchst du nicht. Du suchst eine Brut für Freiland oder Gartenboden. Diese Angabe steht meist in der Produktbeschreibung. Sieh dir außerdem die Menge an. Für einen Quadratmeter sind oft ein bis zwei Liter Brut üblich. Genaue Werte nennt der Anbieter.

Pilzbrut lebt. Im Kühlschrank hält sie meist einige Wochen, im Warmen nur Tage. Kaufe sie deshalb erst, wenn du die Fläche in den nächsten zwei Wochen einrichten kannst. Frische Brut riecht angenehm nach Pilz und zeigt weißes, dichtes Myzel. Grüne oder schwarze Stellen deuten auf Fremdschimmel hin. Solche Brut solltest du nicht einbringen.

Welcher Standort eignet sich?

Beim Parasol-Züchten entscheidet der Standort stärker über den Erfolg als die Menge der Brut. In der Natur wächst der Pilz an Waldrändern, auf Wiesen, Weiden und in lichten Wäldern. Er mag Grasflächen mit lockerem, durchlässigem Boden. Dunkle Nadelwaldbereiche mit dicker Nadelschicht meidet er eher. Im Garten kommen deshalb Rasenränder, Wiesenflächen unter Obstbäumen oder der Saum einer Hecke infrage.

Licht spielt eine andere Rolle als bei Pflanzen. Das Myzel braucht kein Licht zum Wachsen. Sonneneinstrahlung trocknet aber den Boden aus. Halbschatten mit einigen Sonnenstunden am Tag ist deshalb ein guter Kompromiss. Ein Platz mit Südausrichtung ohne jeden Schatten heizt sich stark auf. Dort trocknet die Oberfläche im Sommer schnell ab.

Feuchtigkeit ist der wichtigste Faktor. Der Boden soll gleichmäßig feucht sein, aber nie unter Wasser stehen. Staunässe verdrängt Sauerstoff und fördert Fäulnis. Dauertrockenheit stoppt das Myzelwachstum. Ein Boden, der nach Regen zügig abtrocknet und trotzdem Wasser hält, ist ideal. Lehmiger Sand oder sandiger Lehm bieten gute Voraussetzungen.

Geschützten Platz nach Kulturvorgabe wählen

Halte dich an die Standortangabe des Anbieters. Sie passt zum Stamm, den du gekauft hast. Meist lautet die Empfehlung: halbschattig, windgeschützt, nicht direkt an einem Weg. Wind trocknet den Boden aus und lässt junge Fruchtkörper schnell welken. Ein Platz hinter einer Hecke oder an der Nordseite eines Baumes ist oft passend.

Meide Flächen mit viel Betrieb. Ein Spielbereich oder ein Hundeauslauf sind ungeeignet, weil dort der Boden verdichtet wird und Fruchtkörper zertreten werden. Regelmäßig gedüngte Bereiche sind ebenfalls kein guter Ort. Für Holzbewohner wie Shiitake gelten andere Regeln, weil sie auf Stämmen wachsen. Wie das funktioniert, zeigt die Anleitung zum Pilze-auf-Holz-Züchten. Beim Parasol zählt allein der Boden.

Boden und vorhandenen Bewuchs berücksichtigen

Grasbewuchs ist beim Parasol kein Hindernis. Er wächst in der Natur oft mitten in der Wiese. Die Grasnarbe schützt den Boden vor Austrocknung und Verdichtung. Du musst den Rasen deshalb nicht komplett entfernen. Anders sieht es bei dichten Bodendeckern oder Wurzelunkräutern wie Giersch aus. Sie konkurrieren stark um Wasser und lassen sich später kaum kontrollieren.

Prüfe den Boden mit einer Spatenprobe. Stich etwa 20 Zentimeter tief ein und sieh dir das Profil an. Krümelige, dunkle Erde mit Regenwürmern ist ein gutes Zeichen. Verdichteter Lehm, der beim Zusammendrücken schmiert, braucht Lockerung und etwas Sand. Frisch gedüngte oder mit Rindenmulch bedeckte Flächen sind ungünstig. Rindenmulch begünstigt andere Pilzarten und bremst den Parasol. Ein pH-Wert zwischen leicht sauer und neutral ist in Ordnung. Eine genaue Messung ist selten nötig.

Wie setzt du die Parasol-Kultur ein?

Der beste Zeitpunkt liegt zwischen April und September. Der Boden sollte frostfrei sein und mindestens 10 °C haben. In dieser Zeit wächst das Myzel zügig und kann sich vor dem Winter etablieren. Ein Einsatz im Spätherbst ist möglich, bringt aber Nachteile. Das Myzel startet dann erst im Frühjahr und liegt monatelang im kalten Boden.

Du brauchst wenig Werkzeug: Spaten, Grabegabel, Gießkanne und einige Markierungsstäbe. Im Freiland arbeitest du nie steril. Du vermeidest nur groben Schmutz und Kontakt mit frischem Dünger. Wähle einen bewölkten Tag oder den Abend. Dann trocknet die Brut beim Einbringen nicht aus.

Der Ablauf ähnelt dem Anlegen eines klassischen Pilzbeets. Du öffnest den Boden, bringst Brut ein und schließt die Fläche wieder. Die Details unterscheiden sich je nach Art und Anbieter. Einen allgemeinen Ablauf beschreibt der Ratgeber zum Pilzbeet-Anlegen. Die Anleitung, die deiner Kultur beiliegt, hat immer Vorrang.

Fläche nach Anbieterangabe vorbereiten

Hebe die Grasnarbe auf der geplanten Fläche in Soden ab. Stücke von etwa 30 mal 30 Zentimetern lassen sich gut handhaben. Lege sie beiseite, du brauchst sie später wieder. Lockere den Boden darunter 15 bis 20 Zentimeter tief und entferne dicke Wurzeln und Steine. Nennt der Anbieter eine andere Tiefe, halte dich an diesen Wert.

Bei sehr magerem oder sehr schwerem Boden kannst du etwas Laubkompost einarbeiten. Eine Schicht von zwei bis drei Zentimetern genügt. Mehr Nährstoffe helfen dem Parasol nicht, sie fördern eher Konkurrenz. Wässere die gelockerte Fläche gut an. Der Boden soll sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Stehende Pfützen sind zu viel.

Kulturmaterial einbringen und Stelle markieren

Verteile die Brut in Portionen von etwa einer Handvoll. Lege sie in einem Raster mit 20 bis 30 Zentimetern Abstand aus. Drücke jede Portion leicht in den lockeren Boden und bedecke sie mit zwei bis fünf Zentimetern Erde. Dann legst du die Grassoden wieder auf und drückst sie an. Gieße abschließend gründlich, ohne die Brut freizuspülen.

Markiere die Fläche direkt danach. Vier Stäbe an den Ecken oder eine Reihe flacher Steine reichen aus. Notiere Datum, Anbieter und Stamm in einem Gartenbuch oder auf einem Foto. Die Markierung hat zwei Aufgaben. Sie schützt die Fläche über Jahre vor Umgraben und Tritt. Und sie erlaubt dir später, Fruchtkörper eindeutig der Kultur zuzuordnen. Ein Parasol zwei Meter neben der Markierung kann aus der Kultur stammen, muss es aber nicht.

Wie pflegst du die Kultur?

Die Pflege einer Parasol-Kultur besteht vor allem aus Unterlassen. Du düngst nicht, gräbst nicht um und mulchst nicht mit Rinde. Das Myzel arbeitet unsichtbar im Boden. Diese Unsichtbarkeit verleitet dazu, nachzuhelfen. Fast alle Eingriffe schaden mehr, als sie nützen.

Draußen kannst du Temperatur und Luftfeuchtigkeit nicht steuern. In einer Innenkultur hältst du solche Werte konstant, im Garten reagierst du nur auf Extreme. Der Blick auf die Voraussetzungen im Ratgeber Pilze im Keller züchten zeigt, wie unterschiedlich beide Ansätze sind. Die Freilandkultur ist technisch einfacher, im Ergebnis aber unsicherer.

Rasen mähen bleibt erlaubt. Stelle den Mäher hoch ein, etwa auf sechs bis acht Zentimeter. So bleibt die Grasnarbe dicht und schattiert den Boden. Ab August solltest du vor jedem Mähen kontrollieren, ob Fruchtkörper stehen. Junge Parasole sehen aus wie geschlossene Trommelstöcke und sind im Gras leicht zu übersehen.

Fläche nicht unnötig betreten oder bearbeiten

Jeder Tritt verdichtet den Boden. Verdichtung drückt Luft aus den Poren, und das Myzel braucht Sauerstoff. Beim Umgraben oder tiefen Harken reißen zusätzlich die Hyphen. Hyphen sind die einzelnen Fäden des Myzels. Der Pilz steckt dann Energie in Reparatur statt in Wachstum. Lege die Fläche so an, dass du sie nicht überqueren musst.

Bodenarbeiten in der Nähe sind ein weiteres Risiko. Ein neues Beet einen Meter weiter kann Myzelstränge durchtrennen. Plane Umgestaltungen mit mindestens einem Meter Abstand. Laub darfst du im Herbst auf der Fläche liegen lassen. Eine dünne Schicht schützt vor Frost und Austrocknung. Eine dicke, nasse Laubdecke solltest du im Frühjahr ausdünnen.

Saisonale Feuchtigkeit im Blick behalten

Im Sommer ist Trockenheit das Hauptproblem. Prüfe den Boden mit dem Finger in etwa fünf Zentimetern Tiefe. Fühlt er sich dort trocken an, gießt du. In Hitzeperioden sind zehn bis fünfzehn Liter pro Quadratmeter alle paar Tage ein Richtwert. Gieße lieber selten und gründlich als täglich wenig. Regenwasser ist ideal, Leitungswasser funktioniert ebenfalls.

Im Spätsommer und Herbst kommt es auf den Wechsel an. Kräftiger Regen nach warmen Wochen und sinkende Nachttemperaturen lösen die Fruchtbildung aus. Bleibt der Herbst trocken, kannst du dieses Signal mit Gießen nachahmen. Mehrere Tage in Folge gründlich wässern hilft manchmal, eine Garantie ist es nicht. Im Winter musst du nichts tun. Frost schadet dem Myzel im Boden nicht.

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Ernte und sichere Zuordnung

Ein reifer Parasol ist gut erkennbar, wenn du alle Merkmale zusammen prüfst. Der Hut wird 10 bis 30 Zentimeter breit. Er ist hellbraun bis graubraun und trägt große, dachziegelartige Schuppen auf hellem Grund. In der Mitte sitzt ein dunkler Buckel. Der Stiel wird 15 bis 40 Zentimeter hoch und zeigt ein braunes Schlangenmuster. Fachleute nennen das genattert.

Zwei Merkmale sind entscheidend. Der Ring am Stiel ist dick, doppelt gesäumt und lässt sich verschieben. Bei vielen Doppelgängern sitzt er fest. Das Fleisch bleibt beim Anschneiden weiß und verfärbt sich nicht rötlich. Die Lamellen sind weiß und stehen frei vom Stiel, das Sporenpulver ist weiß. Zeigt ein Pilz nur einige dieser Merkmale, ist er kein sicherer Parasol.

Ernte den Pilz, wenn der Hut geöffnet, aber noch fest ist. Drehe den Stiel am Boden vorsichtig heraus oder schneide ihn ab. Der Stiel ist zäh und wird meist nicht gegessen. Den Hut kannst du paniert braten oder in Scheiben schneiden. Ein Parasol muss immer durchgegart werden, roh ist er unverträglich.

Nur Fruchtkörper aus der bekannten Kultur beurteilen

Die Markierung aus dem Einsetzen ist jetzt deine Grundlage. Prüfe nur Fruchtkörper, die innerhalb oder direkt am Rand der markierten Fläche stehen. Dort gilt trotzdem: Jeder einzelne Pilz wird für sich beurteilt. Die Kultur sagt dir, was an dieser Stelle wachsen soll. Sie sagt dir nicht, was tatsächlich gewachsen ist. Sporen anderer Arten landen überall.

Ein häufiger Fehler ist der Schluss aus der Nachbarschaft. Steht ein sicherer Parasol, gilt der Pilz daneben nicht automatisch als Parasol. Prüfe Ring, Natterung, Fleischfarbe und Lamellen bei jedem Exemplar. Fotografiere die ersten Funde und vergleiche sie mit Fachliteratur. Bei den ersten Ernten lohnt sich eine Pilzberatung. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie führt eine Liste geprüfter Pilzsachverständiger.

Unklare Pilze nicht sammeln oder verzehren

Mehrere Arten ähneln dem Parasol. Der Safran-Riesenschirmling verfärbt sich beim Anschneiden rötlich und löst bei manchen Menschen Magen-Darm-Beschwerden aus. Der Garten-Riesenschirmling wächst gern auf Komposthaufen und gilt als unverträglich. Chlorophyllum molybdites hat grünliches Sporenpulver und ist giftig, kommt in Deutschland aber bisher selten vor. Kleine Schirmlinge der Gattung Lepiota enthalten teils tödliche Gifte. Sie bleiben deutlich kleiner als ein Parasol, können aber junge Exemplare vortäuschen.

Die Regel ist einfach. Ein Pilz, den du nicht sicher zuordnen kannst, bleibt stehen. Das gilt auch dann, wenn er in deiner Kultur wächst. Ein Fruchtkörper mit festem Ring, rötendem Fleisch oder ohne Natterung ist kein Parasol. Bei Beschwerden nach einer Pilzmahlzeit rufst du den Giftnotruf an und bewahrst Reste der Mahlzeit auf. Mit dieser Vorsicht bleibt Parasol-Züchten ein sicheres Hobby. Der Aufwand ist gering, die Wartezeit lang, und du kennst die Herkunft jedes Pilzes auf deinem Teller.

parasol züchten - ergänzendes Bild

Häufige Fragen

Breitet sich eine Parasol-Kultur im Garten aus?

Das Myzel wächst im Boden langsam nach außen, meist nur einige Dezimeter pro Jahr. Nach mehreren Jahren können Fruchtkörper deshalb außerhalb der markierten Fläche stehen, manchmal in einem lockeren Ring. Eine Kontrolle über diese Ausbreitung hast du nicht. Jeder Pilz außerhalb der Markierung braucht die gleiche sorgfältige Prüfung wie ein Wildfund.

Kann ich Parasol im Hochbeet oder Kübel anlegen?

Ein Kübel ist ungeeignet, weil der Parasol ein großes, zusammenhängendes Bodenvolumen braucht und Töpfe im Sommer zu schnell austrocknen. Ein Hochbeet funktioniert nur, wenn du es dauerhaft dem Pilz überlässt und nicht bepflanzt oder umgräbst. Hochbeeterde ist zudem meist zu nährstoffreich für die Art. Für Balkon oder kleine Flächen sind Austernpilz oder Kräuterseitling die praktikableren Arten.

Kann man Parasol züchten, ohne Pilzbrut zu kaufen?

Versuche mit reifen Hüten, die du über einer Wiese ausklopfst oder in Wasser einweichst und ausgießt, gelingen selten. Die Sporen müssen auf offenen Boden treffen, keimen und ein Myzel bilden, das sich gegen Konkurrenten durchsetzt. Auch das Umsetzen von Bodenstücken mit Myzel aus einem Wildvorkommen klappt nur bei wenigen Hobbygärtnern. Gekaufte Brut gibt dir dagegen eine bekannte Art und eine planbare Ausgangsmenge.

Lohnt sich Parasol züchten im Vergleich zu anderen Pilzarten?

Rein nach Ertrag pro Euro lohnt es sich kaum, denn Brut für einen Quadratmeter kostet oft 15 bis 30 Euro und die erste Ernte kommt frühestens nach einem Jahr. Austernpilze auf Stroh oder Shiitake auf Holz liefern schneller und zuverlässiger. Der Parasol ist eher eine Ergänzung für Leute, die den Pilz mögen und eine Stelle im Garten über Jahre frei halten können. Als einzige oder erste Kultur ist er nicht die beste Wahl.

Was kann ich tun, wenn nach zwei Jahren keine Pilze wachsen?

Zwei fruchtlose Jahre sind beim Parasol kein Zeichen für einen Fehlschlag. Prüfe zuerst, ob der Boden im Sommer regelmäßig feucht war, und gieße im Spätsommer über mehrere Tage gründlich, um einen Regenimpuls nachzuahmen. Grabe nicht nach, um das Myzel zu suchen, weil das die Kultur schädigt. Bleibt auch das dritte Jahr ohne Fruchtkörper, war der Standort wahrscheinlich zu trocken, zu nährstoffreich oder zu verdichtet.

Wie verarbeite und lagere ich geerntete Parasole?

Verarbeite die Hüte innerhalb von ein bis zwei Tagen, im Kühlschrank in einem offenen Behälter oder Papierbeutel. Plastiktüten führen schnell zu Schwitzwasser und Verderb. Roh ist der Parasol unverträglich, daher immer mindestens 15 Minuten garen. Fertig gebratene Hüte lassen sich einfrieren, das Trocknen ist möglich, kostet aber viel vom Aroma.

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