Vitalpilze | 7. September 2026 | 0 Kommentare

Shiitake-Pilze züchten: So wählst du die passende Methode

shiitake pilze züchten – Shiitake-Pilze züchten: So wählst du die passende Methode

Shiitake-Pilze züchten geht auf zwei Wegen: auf einem frischen Laubholzstamm im Garten oder auf einem fertigen Kulturblock in der Wohnung. Beide Methoden liefern denselben Pilz. Sie unterscheiden sich aber deutlich bei Aufwand, Wartezeit und Platzbedarf. Ein Holzstamm braucht oft ein Jahr bis zur ersten Ernte. Dafür trägt er anschließend mehrere Jahre. Ein Kulturblock fruchtet häufig schon nach zwei Wochen. Nach wenigen Erntewellen ist er jedoch erschöpft.

Welche Variante zu dir passt, hängt von deinem Platz, deiner Geduld und deinen Erwartungen an den Ertrag ab. Dafür lohnt ein Blick auf die Bedürfnisse des Pilzes, auf die Arbeitsschritte beider Methoden und auf typische Fehler. Mit diesem Wissen kannst du deine erste Shiitake-Kultur planen und Probleme früh erkennen.

Infografik: Shiitake-Pilze züchten: So wählst du die passende Methode

Was brauchen Shiitake-Pilze?

Shiitake trägt den botanischen Namen Lentinula edodes und stammt aus Ostasien. Dort wächst er auf abgestorbenen Laubbäumen, vor allem auf Eichen und verwandten Arten. In Japan und China wird er seit Jahrhunderten kultiviert, zunächst auf Stämmen, heute meist auf Sägespänen. Der Anbau ist in Deutschland unkompliziert, denn Shiitake ist ein anerkannter Speisepilz ohne rechtliche Hürden.

Vier Faktoren entscheiden über den Erfolg: ein passendes Holzsubstrat, ausreichend Feuchtigkeit, moderate Temperaturen und etwas Licht. Anders als Champignons wächst Shiitake nicht auf Kompost. Anders als Austernpilze mag er kein Stroh als Hauptsubstrat. Er ist auf Holz spezialisiert. Das schränkt die Auswahl beim Substrat ein, macht die Kultur aber auch übersichtlich.

Viele kennen den Pilz nur aus der Küche. Daneben wird Shiitake als Vitalpilz traditionell geschätzt und oft nachgefragt. Für die eigene Zucht spielt das keine Rolle. Hier zählt nur, dass der Pilz gesund wächst und du ihn zum passenden Zeitpunkt erntest.

Holzbewohnende Lebensweise verstehen

Shiitake ist ein Weißfäulepilz. Das bedeutet, sein Myzel baut Lignin und Zellulose im Holz ab. Myzel ist das fadenförmige Geflecht, aus dem später die Fruchtkörper entstehen. Der Pilz ernährt sich also vom Holz und zersetzt es dabei langsam. Deshalb braucht er entweder einen frischen Stamm oder ein Substrat aus Sägespänen mit etwas Kleie als Nährstoffquelle.

Die Rinde am Stamm ist wichtig. Sie schützt das Holz vor Austrocknung und hält Konkurrenzpilze fern. Nadelholz eignet sich nicht, weil Harze das Wachstum hemmen. Wer sich allgemein informieren möchte, findet in der Anleitung Pilze auf Holz züchten Grundlagen, die für mehrere Arten gelten. Shiitake ist dabei anspruchsvoller als Austernpilze, weil er langsamer durchwächst.

Geduld und passende Temperatur einplanen

Das Myzel wächst am schnellsten bei etwa 20 bis 26 °C. Die Fruchtkörper bilden sich dagegen bei kühleren 12 bis 20 °C. Diese Temperaturänderung dient dem Pilz als Signal. Bleibt es dauerhaft warm, wächst das Myzel weiter, aber es entstehen keine Hüte. Deshalb fruchtet Shiitake im Freien vor allem im Frühjahr und im Herbst.

Die Zeitspannen unterscheiden sich stark. Ein Holzstamm ist meist erst nach neun bis achtzehn Monaten vollständig durchwachsen. Ein fertiger Block liefert oft nach ein bis zwei Wochen die erste Ernte. Frost schadet dem Myzel im Holz kaum. Ein Block verträgt Kälte weniger gut, weil er weniger Masse hat und schneller durchfriert.

Holzstamm oder Kulturblock?

Die Wahl der Methode richtet sich nach deiner Situation. Hast du einen Garten mit einer schattigen, windgeschützten Ecke, bietet sich der Stamm an. Wohnst du in einer Wohnung ohne Außenfläche, bleibt der Kulturblock. Viele kombinieren beides: Der Block liefert schnelle Erfolge, der Stamm sorgt später für regelmäßige Ernten.

Auch die Kosten unterscheiden sich. Eine Packung Dübelbrut mit etwa 100 Dübeln reicht für drei bis fünf Stämme. Dazu kommen Wachs und eine Bohrmaschine. Ein Kulturblock kostet einzeln mehr pro Ernte, braucht aber kein Werkzeug. Wer Shiitake-Pilze züchten will und wenig Zeit hat, fährt mit dem Block entspannter.

Die Erwartung an den Ertrag spielt ebenfalls eine Rolle. Ein Stamm mit 15 cm Durchmesser und einem Meter Länge liefert über seine Lebensdauer mehrere Kilogramm. Ein Block mit zwei bis drei Kilogramm Substrat bringt insgesamt meist 300 bis 600 Gramm. Die Zahlen schwanken je nach Holzart, Blockgröße und Pflege.

Dübelbrut auf Laubholz

Dübelbrut besteht aus kleinen Holzdübeln, die komplett vom Shiitake-Myzel durchwachsen sind. Du schlägst sie in vorgebohrte Löcher im Stamm. Von dort breitet sich das Myzel im Holz aus. Was Pilzbrut genau ist und welche Formen es neben Dübeln gibt, erklärt der verlinkte Beitrag ausführlicher.

Der Vorteil dieser Methode ist die Langlebigkeit. Ein gut beimpfter Eichenstamm trägt drei bis sechs Jahre. Nach dem Beimpfen braucht er wenig Pflege, hauptsächlich Schatten und Feuchtigkeit. Der Nachteil ist die Wartezeit von etwa einem Jahr. Zudem ist die Ernte saisonabhängig, wenn du nicht gezielt mit Wasser nachhilfst.

Vorbereiteter Substratblock für drinnen

Ein Kulturblock besteht aus sterilisierten Sägespänen, meist Buche oder Eiche, gemischt mit Weizenkleie. Der Hersteller beimpft ihn und lässt ihn durchwachsen. Ein reifer Block zeigt eine braune, ledrige Haut. Diese Haut ist kein Schimmel, sondern ausgereiftes Myzel. Sie schützt den Block vor Austrocknung und Fremdkeimen.

Der Block eignet sich gut für den Einstieg, weil er ganzjährig fruchtet und ohne Werkzeug funktioniert. Er braucht allerdings eine feuchte Umgebung mit regelmäßiger Frischluft. Nach zwei bis vier Erntewellen ist das Substrat verbraucht. Wer Pilze selbst züchten möchte und noch keine Erfahrung hat, sammelt mit einem Block die ersten praktischen Eindrücke.

Shiitake auf Holz ansetzen

Der Ablauf bei der Stammkultur ist überschaubar: Holz besorgen, kurz lagern, bohren, beimpfen, verschließen und dann warten. Sterile Bedingungen wie bei einer Laborkultur brauchst du nicht. Frisches Holz mit intakter Rinde ist wichtiger als Desinfektion. Das Myzel im Dübel ist kräftig genug, um sich gegen die wenigen Keime im frischen Holz durchzusetzen.

Entscheidend ist der Lagerplatz nach dem Beimpfen. Die Stämme sollen im Halbschatten liegen, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und Wind. Die Nordseite eines Hauses, ein Platz unter Bäumen oder Sträuchern oder eine Ecke hinter dem Schuppen passen gut. Direkte Sonne trocknet die Rinde aus und schädigt das Myzel an der Oberfläche.

Du kannst die Stämme flach stapeln oder locker aneinander lehnen. Eine Abdeckung aus Jute oder Vlies hält Feuchtigkeit und lässt Luft durch. Plastikfolie eignet sich nicht, weil sich darunter Hitze und Staunässe bilden. In trockenen Sommerwochen wässerst du die Stämme alle paar Tage gründlich.

Geeigneten Stamm und Zeitpunkt wählen

Als Holzarten eignen sich Eiche, Buche, Hainbuche, Ahorn, Birke und Erle. Eiche wird langsam durchwachsen, trägt aber am längsten. Birke ist schneller besiedelt, hält dafür nur zwei bis drei Jahre. Der Durchmesser sollte zwischen 10 und 20 cm liegen. Dünnere Stämme trocknen schnell aus, dickere brauchen sehr lange bis zur ersten Ernte. Eine Länge von 80 bis 120 cm lässt sich noch gut bewegen.

Das Holz muss gesund und frisch sein. Die Rinde soll fest sitzen und keine Verletzungen zeigen. Alte Stämme mit Flechten, weichen Stellen oder fremden Pilzen scheiden aus. Ideal ist Holz, das in der Ruhephase zwischen November und März gefällt wurde. Dann enthält es viele Reservestoffe. Beimpfen solltest du zwei bis acht Wochen nach dem Fällen, also meist von März bis Mai. Frisch geschlagenes Holz enthält noch Abwehrstoffe des Baums. Holz, das älter als drei Monate ist, hat oft schon andere Pilze besiedelt.

Frisches Laubholz bekommst du beim Förster, bei Baumpflegebetrieben oder beim Brennholzhandel. Frag dort nach ungespaltenen Stämmen aus dem letzten Wintereinschlag. Wer Pilze ohne Zuchtset anbauen will, plant die Holzbeschaffung am besten schon im Winter.

Dübelbrut einbringen und Öffnungen schützen

Zum Bohren nutzt du einen Holzbohrer mit 8 bis 8,5 mm Durchmesser. Die Löcher sollen 3 bis 4 cm tief sein, also etwas tiefer als der Dübel lang ist. Der Abstand in einer Reihe liegt bei etwa 15 cm. Die Reihen setzt du im Abstand von 8 bis 10 cm versetzt an. So entsteht ein Rautenmuster, und das Myzel breitet sich gleichmäßig aus. Für einen Meterstamm mit 15 cm Durchmesser brauchst du etwa 30 bis 50 Dübel.

Die Dübel schlägst du mit einem Hammer bündig ein. Anschließend verschließt du jedes Loch mit geschmolzenem Wachs. Bienenwachs oder Käsewachs eignen sich gut. Das Wachs verhindert Austrocknung und hält Insekten und Fremdkeime fern. Auch die beiden Stirnseiten des Stamms kannst du mit Wachs versiegeln, weil dort viel Feuchtigkeit verloren geht. Ein Etikett mit Datum und Holzart hilft später beim Vergleich mehrerer Stämme.

  1. Löcher im Rautenmuster bohren, 8 mm breit und 3 bis 4 cm tief.
  2. Dübel einschlagen, bis sie mit der Rinde abschließen.
  3. Löcher und Stirnseiten mit Wachs verschließen.
  4. Stamm beschriften und im Halbschatten lagern.
  5. Bei Trockenheit wässern und mit Jute abdecken.

Shiitake-Block zu Hause pflegen

Ein Kulturblock kommt meist in einem Folienbeutel mit Filter an. Bis zum Start lagerst du ihn kühl bei 4 bis 10 °C, am besten nicht länger als zwei Wochen. Je frischer der Block startet, desto kräftiger fällt die erste Welle aus. Wer zu Hause Shiitake-Pilze züchten will, sollte den Standort vor dem Aktivieren festlegen.

Der Block braucht indirektes Tageslicht. Ein Fensterplatz ohne direkte Sonneneinstrahlung passt gut. Licht ist nötig, damit die Hüte ihre braune Farbe entwickeln und die Stiele nicht übermäßig lang werden. Die Raumtemperatur sollte zwischen 15 und 20 °C liegen. Ein Platz neben dem Heizkörper ist ungeeignet, weil die Luft dort zu trocken und zu warm ist.

Küche und Bad sind oft gute Räume, weil die Luftfeuchtigkeit dort ohnehin höher ist. Auch ein kühler Kellerraum kann funktionieren, wenn er Tageslicht oder eine Lampe bietet. Welche Voraussetzungen ein Raum erfüllen sollte, beschreibt der Beitrag Pilze im Keller züchten im Detail.

Block nach Anleitung aktivieren

Jeder Hersteller legt seinem Block eine Anleitung bei. Halte dich daran, weil die Blöcke in Größe, Substrat und Reifegrad variieren. Der typische Ablauf sieht so aus: Du entfernst den Beutel und tauchst den Block 12 bis 24 Stunden komplett in kaltes Wasser. Da er schwimmt, beschwerst du ihn mit einem Teller oder Stein. Anschließend lässt du ihn eine Stunde abtropfen.

Danach stellst du den Block in eine feuchte Umgebung. Das kann ein kleines Zuchtzelt sein, eine durchsichtige Box oder eine Folienhaube mit einigen Luftlöchern. Nach fünf bis zehn Tagen zeigen sich kleine Knubbel auf der Oberfläche. Diese Primordien sind die Anlagen der Fruchtkörper. Manchmal dauert es länger, vor allem bei zu hohen Temperaturen. Dann hilft ein kühlerer Standort für ein paar Nächte.

Feuchtigkeit und Frischluft ausbalancieren

Während der Fruchtung braucht der Block eine Luftfeuchtigkeit von etwa 85 bis 90 Prozent. Bei zu trockener Luft vertrocknen die jungen Primordien, bevor sie zu Hüten heranwachsen. Du erkennst das an kleinen, braunen, harten Knubbeln, die sich nicht weiterentwickeln. Die Oberfläche des Blocks wird dann rissig und hart. Gegensteuern kannst du mit zwei bis drei Sprühgängen täglich. Sprühe dabei die Umgebung und die Innenwände der Haube, nicht direkt auf die Pilze.

Zu viel Feuchtigkeit ohne Luftaustausch ist ebenso ein Problem. Pilze atmen und geben Kohlendioxid ab. Sammelt sich das Gas unter der Haube, wachsen lange Stiele mit winzigen Hüten. Außerdem begünstigen Staunässe und stehende Luft Schimmel. Lüfte daher zwei- bis dreimal am Tag für einige Minuten. Wassertropfen auf den Hüten und ein muffiger Geruch sind Zeichen für zu wenig Frischluft.

Fruchtung und Ernte

Shiitake fruchtet auf ein Signal hin, meist eine Kombination aus Wasser und Kälte. In der Natur ist das der Herbstregen nach einem warmen Sommer oder die Schneeschmelze im Frühjahr. Bei der Stammkultur kannst du diesen Reiz nachahmen. Dazu tauchst du den durchwachsenen Stamm 24 bis 48 Stunden in kaltes Wasser, etwa in einer Regentonne oder Wanne. Danach stellst du ihn aufrecht in den Schatten. Nach sieben bis vierzehn Tagen erscheinen die ersten Hüte.

Beim Block läuft die Entwicklung ähnlich ab. Von den ersten Primordien bis zur Ernte dauert es etwa eine Woche. In dieser Zeit wachsen die Pilze sichtbar von Tag zu Tag. Es lohnt sich, sie täglich zu kontrollieren, weil der Erntezeitpunkt nur wenige Tage umfasst.

Frisch geerntete Shiitake solltest du immer durchgaren. Rohe oder halbgare Shiitake können bei manchen Menschen eine Hautreaktion auslösen, die als Shiitake-Dermatitis bekannt ist. Gebraten oder geschmort entfaltet der Pilz sein kräftiges Umami-Aroma. Dazu passen würzige Begleiter wie das Mushroom Compadres OG Koji Chili Oil, das selbst auf einem fermentierten Pilz basiert.

Passende Produkte zum Beitrag

Reife Hüte rechtzeitig erkennen

Der beste Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn der Hut 5 bis 10 cm misst und der Hutrand noch leicht nach unten gebogen ist. Die Lamellen sind dann schon sichtbar, aber der Hut liegt noch nicht flach. In diesem Stadium ist das Fleisch fest und die Haltbarkeit am längsten. Wartest du länger, öffnet sich der Hut vollständig, der Rand wird wellig und der Pilz gibt Sporen ab. Solche Exemplare sind essbar, aber weicher und schneller verderblich.

Zum Ernten drehst du den Stiel am Ansatz vorsichtig ab oder schneidest ihn mit einem Messer dicht am Block ab. Stielreste am Block können faulen, deshalb möglichst sauber arbeiten. Eine Welle reift meist innerhalb von zwei bis vier Tagen komplett heran. Die Ernte hält sich im Kühlschrank in einer Papiertüte etwa fünf bis sieben Tage. Alternativ kannst du die Hüte in Scheiben schneiden und trocknen.

Kultur zwischen Erntewellen ruhen lassen

Nach der Ernte braucht der Block eine Pause. Lagere ihn zwei bis drei Wochen trocken bei Raumtemperatur, ohne Haube und ohne Sprühen. In dieser Zeit sammelt das Myzel neue Kraft. Danach tauchst du ihn erneut 12 bis 24 Stunden in kaltes Wasser und startest die nächste Welle. Zwei bis vier Wellen sind üblich, wobei jede kleiner ausfällt als die vorherige. Ein erschöpfter Block ist leicht, bröselig und bildet kaum noch Primordien. Er gehört dann auf den Kompost.

Beim Stamm gilt eine längere Ruhezeit. Zwischen zwei Schockwässerungen sollten acht bis zwölf Wochen liegen. Mehr als zwei bis drei erzwungene Ernten pro Jahr schwächen den Stamm und verkürzen seine Lebensdauer. Wer die Stämme einfach dem Wetter überlässt, erntet meist im Frühjahr und Herbst und hat dafür länger etwas davon.

Häufige Probleme bei Shiitake

Die meisten Schwierigkeiten gehen auf Feuchtigkeit oder Temperatur zurück. Selten liegt es an der Brut oder am Block selbst. Deshalb lohnt sich Beobachten, bevor du eingreifst. Eine tägliche Kontrolle von Oberfläche, Geruch und Umgebung zeigt dir früh, ob etwas nicht stimmt.

Beim Holzstamm ist die lange Wartezeit die häufigste Quelle für Zweifel. Viele halten einen Stamm nach sechs Monaten ohne Pilze für gescheitert. Dabei ist das Myzel oft noch nicht bis in die Tiefe vorgedrungen. Ein Blick auf die Stirnseite gibt Hinweise: Weiße Myzelflecken im Holz zeigen, dass die Besiedlung läuft.

Wer Shiitake-Pilze züchten will, sollte außerdem wissen, dass nicht jede Verfärbung ein Problem ist. Die braune Haut auf dem Block, weiße Beläge am Stamm und dunkle Stellen an alten Stielansätzen gehören zum normalen Verlauf. Echter Schimmel sieht anders aus und ist meist an der Farbe erkennbar.

Austrocknung und ausbleibende Fruchtung

Ein ausgetrockneter Stamm zeigt trockene, abblätternde Rinde, Risse an den Stirnseiten und helle, spröde Enden. Das Myzel stirbt dabei nicht sofort ab, zieht sich aber in den feuchten Kern zurück. Hilfreich sind gründliches Wässern, ein schattigerer Platz und eine Abdeckung aus Jute. Ein Block ist zu trocken, wenn seine Oberfläche hart und rissig wird und junge Primordien absterben. Dann tauchst du ihn erneut und erhöhst die Luftfeuchtigkeit unter der Haube.

Bleibt die Fruchtung ganz aus, prüfst du mehrere Ursachen. Bei Temperaturen über 22 °C fehlt dem Pilz das Signal zum Fruchten. Ein kühlerer Standort oder ein paar Nächte im Kühlschrank können helfen. Ein Block mit noch weißer Oberfläche und ohne braune Haut ist unreif. Gib ihm ein bis zwei Wochen im geschlossenen Beutel bei Raumtemperatur. Beim Stamm liegt es meist an der Zeit oder am Holz. Zu altes Holz beim Beimpfen ist der häufigste Grund für schwache Besiedlung. Daran kannst du nachträglich nichts ändern, aber beim nächsten Stamm auf frisches Holz achten.

Fremdschimmel sicher erkennen

Das Shiitake-Myzel ist weiß und wattig bis fädig. Mit der Reife wird es an der Oberfläche braun und ledrig. Beides ist normal. Fremdschimmel erkennst du an anderen Farben. Grüner, pudriger Belag stammt meist von Trichoderma, dem häufigsten Konkurrenten in Pilzkulturen. Schwarze, orange oder rosa Flecken weisen ebenfalls auf Fremdpilze hin. Ein stechender oder fauliger Geruch bestätigt den Verdacht.

Kleine Schimmelstellen am Block kannst du großzügig herausschneiden und die Stelle mit etwas Salz bedecken. Breitet sich der Befall weiter aus, entsorgst du den Block im Freien auf dem Kompost oder im Restmüll. Am Stamm siedeln sich an den Stirnseiten oft fremde Pilze an. Das ist meist unproblematisch, solange die Rinde intakt bleibt und Shiitake weiter fruchtet. Farbige Krusten kannst du mit einer Bürste entfernen. Menschen mit Schimmelallergie sollten befallene Kulturen nicht in Wohnräumen halten.

  • Weiß, wattig oder fädig: eigenes Myzel, kein Handlungsbedarf.
  • Braun, ledrig, geschlossen: reife Blockoberfläche, normal.
  • Grün pudrig, schwarz, orange oder rosa: Fremdschimmel, Stelle entfernen oder Kultur entsorgen.
shiitake pilze züchten - ergänzendes Bild

Häufige Fragen

Kann ich Shiitake auf dem Balkon züchten?

Ja, ein Balkon eignet sich für einen Kulturblock oder für kurze Stämme von 40 bis 60 cm Länge. Wichtig ist ein schattiger, windgeschützter Platz, zum Beispiel an einer Nord- oder Ostwand. Kurze Stämme trocknen schneller aus als lange, deshalb solltest du sie in trockenen Wochen häufiger wässern und mit Jute abdecken. Im Winter kannst du den Block frostfrei in den Flur oder Keller stellen, die Stämme dagegen bleiben draußen.

Kann man Shiitake-Pilze auf Kaffeesatz züchten?

Nein, Kaffeesatz allein funktioniert bei Shiitake nicht zuverlässig. Der Pilz ist auf Holz spezialisiert und braucht Lignin aus Sägespänen oder frischen Stämmen als Hauptnahrung. Kaffeesatz enthält davon zu wenig und verschimmelt ohne Sterilisation schnell. Wer mit Kaffeesatz arbeiten will, greift besser zu Austernpilzen, die mit diesem Substrat gut zurechtkommen.

Lässt sich Shiitake aus gekauften Pilzen vermehren?

Theoretisch ja, praktisch ist es für Einsteiger kaum umsetzbar. Aus einem frischen Stielstück lässt sich unter sterilen Bedingungen eine Gewebekultur anlegen, die dann auf Getreide oder Sägespäne übertragen wird. Ohne Sterilbank, Druckkochtopf und Erfahrung setzt sich meist Schimmel durch. Fertige Dübelbrut oder ein Kulturblock aus einer Pilzzucht sind der deutlich sicherere Weg.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Shiitake-Pilze zu züchten?

Für Stämme liegt der beste Zeitpunkt zum Beimpfen zwischen März und Mai. Das Holz sollte dann aus dem letzten Wintereinschlag stammen und zwei bis acht Wochen gelagert sein. Ein Kulturblock lässt sich das ganze Jahr über starten, weil du Temperatur und Feuchtigkeit drinnen steuern kannst. Im Hochsommer fruchtet er bei Raumtemperaturen über 22 °C allerdings zögerlicher.

Was mache ich mit den Stielen der Shiitake?

Die Stiele sind zäh und beim Braten nicht angenehm zu essen, aber sie tragen viel Aroma. Du kannst sie einfrieren und später für Brühen, Fonds oder Saucen auskochen. Getrocknet und fein gemahlen ergeben sie ein Würzpulver für Suppen und Eintöpfe. Nur die untersten, mit Substrat verschmutzten Enden schneidest du weg.

Welcher Pilz ist für Anfänger einfacher zu züchten als Shiitake?

Der Austernpilz gilt als der einfachste Speisepilz für Einsteiger. Er wächst auf Stroh, Kaffeesatz oder Holz, besiedelt das Substrat innerhalb weniger Wochen und verzeiht Schwankungen bei Temperatur und Feuchtigkeit. Shiitake braucht mehr Geduld und ein reines Holzsubstrat, belohnt dafür mit festem Fleisch und kräftigem Geschmack. Wer beides ausprobieren möchte, startet mit Austernpilzen und setzt parallel einen Shiitake-Stamm an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werde Teil der Community

  • 10% Gutschein für deine erste Bestellung
  • News zu Cannabis, CBD & mehr
  • Exklusive Angebote & Bundles